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IASB veröffentlicht Klarstellungen an IFRS 15

IRZ, Heft 5, Mai 2016, S. 200

Am 12. April 2016 hat der IASB die endgültige Fassung seiner ergänzenden Klarstellungen an IFRS 15 „Erlöse aus Verträgen mit Kunden veröffentlicht. Mit den Ergänzungen berücksichtigt der Board die durch ihn für relevant erachteten Ergebnisse der gemeinsamen Beratungsgruppe zum Übergang in Bezug auf Erlöserfassung (Transition Resource Group for Revenue Recognition, TRG), die von IASB und FASB gemeinsam gebildet worden war.


Die Änderungen ergänzen den im Mai 2014 vom IASB herausgegebenen Erlöserfassungsstandard, der im Wesentlichen mit der ASU 2014-09 „Erlöse aus Verträgen mit Kunden“ des FASB identisch ist. Nach dessen Veröffentlichung hatten der IASB und der FASB die TRG ins Leben gerufen, um die Implementierung des neuen Standards zu unterstützen. Während der Arbeit der TRG konnte die überwiegende Mehrheit der Sachverhalte, die in dem Gremium erörtert wurden, ohne Modifikationen am Standard geklärt werden. Fünf Themenbereiche wurden jedoch an die Boards zwecks weiterer Erörterung und ggf. Standardergänzungen weitergeleitet. Es handelte sich dabei um die Themen (1) Identifizierung von Leistungsverpflichtungen, (2) Prinzipal/Agent-Erwägungen, (3) Lizenzen, (4) Einbringlichkeit und (5) Bewertung unbarer Gegenleistungen. Zudem hatten einige Anwender um praktische Erleichterungen gebeten. Nach Diskussion aller Punkte im Board schlug der IASB im Juli 2015 mit der Veröffentlichung des Änderungsstandardentwurfs ED/2015/6 gezielte Änderungen in drei Bereichen von IFRS 15 und einige Übergangshilfen vor. Diese Vorschläge wurden jetzt weitgehend unverändert in den veröffentlichten endgültigen Änderungsstandard überführt.

Die Änderungen bzw. Klarstellungen adressieren einerseits die ersten drei der oben genannten fünf von der TRG identifizierten Themenbereiche in IFRS 15 und zielen andererseits auf Übergangserleichterungen für modifizierte Verträge und abgeschlossene Verträge ab. Im Hinblick auf die beiden übrigen Themen ist der IASB der Ansicht, dass auf Ergänzungen des Standards verzichtet werden kann, da bereits der bisherige Text zur sachgerechten Beurteilung der Fragen in Bezug auf Einbringlichkeit und Bewertung unbarer Gegenleistungen ausreicht. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Änderungen:

Die Änderungen an IFRS 15 treten für Berichtsperioden in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Damit tritt IFRS 15 in jedem Fall als einheitlicher, ergänzter Standard in Kraft, was eines der wesentlichen Ziele des IASB war. Eine vorzeitige freiwillige Anwendung ist gleichwohl zulässig. IFRS-Anwender in der EU müssen bei einer freiwilligen früheren Anwendung jedoch das EU-Endorsement-Verfahren für IFRS 15 abwarten.

 



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