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EZB-Ausschuss für Systemrisiken sieht IFRS 9 als Verbesserung

IRZ, Heft 9, September 2017, S. 344

Der Europäische Ausschuss für Systemrisiken der Europäischen Zentralbank (European Systemic Risk Board, ESRB) hat am 27. Juli 2017 einen Bericht über die aus seiner Sicht absehbaren Auswirkungen von IFRS 9 „Finanzinstrumente“ auf die Finanzstabilität veröffentlicht. Der Bericht, der durch das EU-Parlament bereits im Januar 2016 beauftragt wurde, analysiert im Wesentlichen die Auswirkungen der neuen Vorschriften zur Klassifizierung von Finanzinstrumenten und den neuen Wertminderungsvorschriften. Die ebenfalls in IFRS 9 beinhalteten Regelungen zur Sicherungsbilanzierung spielen dagegen eine eher untergeordnete Rolle.


Aus Sicht des ESRB stellt IFRS 9 insgesamt eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu IAS 39 dar. Es werden deshalb positive Auswirkungen auf die Finanzstabilität erwartet. Die Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten sind nach Ansicht des Ausschusses klarer und nachvollziehbarer und führen nicht zu einer signifikanten Ausweitung der Fair-Value-Bewertung. Auch das neue Wertminderungskonzept des IFRS 9 mit einer Bezugnahme auf erwartete Verluste eines Finanzinstruments wird positiv gesehen. Es erhöhe die Transparenz und lasse eine frühzeitigere Verlusterfassung erwarten. Allerdings wird auf den zu erwartenden erheblichen Aufwand bei der Implementierung in den Finanzinstituten hingewiesen. Auch wird die Gefahr tendenziell prozyklischer Wirkungen durch das neue Verlusterfassungsmodell gesehen. Die Implementierung müsse deshalb intensiv durch Wirtschaftsprüfer, Regulatoren und Enforcer begleitet werden.

 



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