DPR/ESMA: Prüfungsschwerpunkte 2017


IRZ, Heft 12, Dezember 2016. S. 497

Am 3. November 2016 hat die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung e.V. (DPR) die folgenden fünf Prüfungsschwerpunkte für das Jahr 2017 bekannt gegeben:

  1. Präsentation der finanziellen Messgrößen (financial performance), insbesondere in Zusammenhang mit freiwilligen non-GAAP measures, Postenbezeichnungen, Haupt- und Zwischenüberschriften, Segmentinformationen (IFRS 8), Bewegungen im Sonstigen Ergebnis (OCI), Berechnung und Darstellung des Ergebnisses pro Aktie sowie der Einhaltung der ESMA-Leitlinien zu alternativen Finanzkennzahlen (seit Juli 2016 verpflichtend anzuwenden);
  2. Finanzinstrumente: Unterscheidung zwischen Eigenkapitalinstrumenten und finanziellen Verbindlichkeiten, bspw. im Hinblick auf bedingte Kaufpreiszahlungen als Eigenkapitalbestandteil (Ausnahmetatbestände des IAS 32.25) oder die Erfüllung der Angabepflichten zu hybriden Finanzinstrumenten nach IFRS 7.17;
  3. Anhangangaben zu den Auswirkungen neuer Standards auf den IFRS-Konzernabschluss gem. IAS 8.30, insbesondere betreffend IFRS 9, IFRS 15 und IFRS 16;
  4. Anteile an anderen Unternehmen im Hinblick auf die Beurteilung der Ermessensentscheidungen bei „atypischen“ Fällen (IFRS 10, IFRS 11, IAS 28) sowie die Vollständigkeit der jeweils zugehörigen Anhangangaben gem. IFRS 12 und IAS 24, Änderungen der Beherrschung eines Beteiligungsunternehmens sowie die Beurteilung der quantitativen und qualitativen Wesentlichkeit bei nicht konsolidierten Tochterunternehmen und die Darstellung bei deren erstmaliger Einbeziehung;
  5. Werthaltigkeitstest von Sachanlagevermögen (IAS 36, IAS 1), insbesondere hinsichtlich der Durchführung des Werthaltigkeitstests und der Bestimmung der Testebene, Plausibilität der wesentlichen Annahmen bei Durchführung des Tests auf Ebene einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit, Einbeziehung von Schulden bei der Ermittlung des Nutzungswerts und des Buchwerts der ZGE sowie Nachweis der Wertuntergrenze und Notwendigkeit zusätzlicher Anhangangaben bei nicht vollständiger Erfassung der rechnerischen Wertminderung einer wesentlichen ZGE.

Bei den beiden letztgenannten Themen handelt es sich um rein nationale Prüfungsschwerpunkte. Die ersten drei Prüfungsschwerpunkte entsprechen den bereits am 28. Oktober 2016 von der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA (European Securities and Markets Authority) bekannt gegebenen gemeinsamen europäischen Prüfungsschwerpunkten (https://www.esma.europa.eu/press-news/esma-news/esma-sets-enforcement-priorities-listed-companies%E2%80%99-2016-financial-statements), die von den nationalen Aufsichtsbehörden bei ihrer Prüfung im Rahmen von Enforcement-Verfahren zu beachten sind. Darüber hinaus fordert ESMA vor dem Hintergrund des Brexit, dass betroffene Unternehmen auf die damit verbundenen Risiken eingehen sollten (s. in diesem Heft, IRZ 2016, 495).

Die Prüfungsschwerpunkte der DPR für 2017 sind auf der Homepage der DPR (www.frep.info) abrufbar.