EFRAG veröffentlicht Goodwill-Studie


IRZ, Heft 11, November 2016, S. 451

Die Europäische Beratungsgruppe zur Rechnungslegung (European Financial Reporting Advisory Group, EFRAG) hat am 29. September 2016 eine Studie zu Wertminderungen von Geschäfts- oder Firmenwerten nach IFRS veröffentlicht. Die Studie wurde im Zusammenhang mit der Überprüfung der Anwendung von IFRS 3 durchgeführt und soll dabei helfen zu beurteilen, ob bei der Goodwillbilanzierung eine Blasenbildung erkennbar ist.

Die Studie enthält Daten aus Europa, den USA, Australien und Japan über einen Zeitraum von zehn Jahren. Als wesentliche Ergebnisse sind zu nennen:

 

  • Von 2005 bis 2014 hat sich der Betrag angesetzter Geschäfts- oder Firmenwerte von 935 Mrd. Euro auf 1,341 Mrd. Euro erhöht (+ 43 %), wobei sich diese Zunahme auf relativ wenige Unternehmen konzentriert.
  • Das Verhältnis des bilanzierten Goodwills zum Gesamtvermögen ist im Zeitablauf mit einem Wert von rd. 3,7 % relativ konstant geblieben, lediglich die Finanzbranche weist einen deutlich höheren Wert aus.
  • Dagegen hat das Verhältnis von Goodwill zum Reinvermögen seit 2008 kontinuierlich abgenommen, ist aber mit rd. 29 % für 2014 weiterhin bedeutend.
  • In den Jahren 2008 und 2011 wurden von den untersuchten Unternehmen die größten Goodwill-Impairments ausgewiesen, wobei der durchschnittliche Wertminderungsverlust rd. 2,7 % des ursprünglichen Ersterfassungsbetrags ausmachte.
  • Bei den Wertminderungsverlusten ist eine Konzentration insbesondere bei Unternehmen in der Telekommunikationsbranche und im Finanzsektor zu verzeichnen.
  • Insgesamt ist eine hohe Varianz von Geschäfts- oder Firmenwerten und deren Wertminderung zwischen den einzelnen Branchen zu verzeichnen.

 

Die Studie kann auf der EFRAG-Website (www.efrag.org) eingesehen oder heruntergeladen werden.