Interpretationsentwurf zur Währungsumrechnung von Vorauszahlungen


IRZ, Heft 11, November 2015, S. 423

Als zweiten Interpretationsentwurf hat das IFRS IC ebenfalls am 21. Oktober 2015 DI/2015/2 „Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte Gegenleistungen herausgegeben.

Das IFRS IC hatte in der Bilanzierungspraxis unterschiedliche Vorgehensweisen im Hinblick auf den verwendeten Wechselkurs bei der Bilanzierung von Geschäftsvorfällen in fremder Währung nach IAS 21 in bestimmten Fällen festgestellt, bei denen eine Gegenleistung erhalten bzw. gezahlt wird, bevor der korrespondierende Vermögenswert, der entsprechende Aufwand oder Ertrag erfasst wird. Diese Regelungslücke soll mit der vorgeschlagenen Interpretation geschlossen werden, welche Transaktionen in fremder Währung adressiert, die folgende Merkmale aufweisen:

 

  • Die Gegenleistungen im Rahmen der Transaktion sind in einer fremden Währung denominiert;
  • das Unternehmen setzt vor der Erfassung des korrespondierenden Vermögenswerts, des Aufwands oder des Ertrags einen Vermögenswert aus der Vorauszahlung oder eine Schuld aus aufgeschobenem Ertrag in Bezug auf diese Gegenleistung an; und
  • bei dem Vermögenswert aus der Vorauszahlung oder der Schuld aus aufgeschobenem Ertrag handelt es sich um einen nicht-monetären Posten.

 

Liegen diese Voraussetzungen kumulativ vor, ist der Zeitpunkt der Transaktion für Zwecke der Bestimmung des Wechselkurses der frühere der folgenden beiden Zeitpunkte:

 

  1. erstmalige Erfassung des nicht monetären Vermögenswerts aus der Vorauszahlung oder der nicht monetären Schuld aus aufgeschobenem Ertrag oder
  2. Erfassung des Vermögenswerts, des Aufwands oder des Ertrags im Abschluss.

 

Handelt es sich um eine Transaktion in mehreren Stufen, erfolgt die Bestimmung des Transaktionszeitpunkts für jede Stufe separat. Wenn es mehr als einen Transaktionszeitpunkt gibt, wird der Wechselkurs für den jeweiligen Zeitpunkt auf die Umrechnung des entsprechenden Teils der Transaktion angewendet.

Für die erstmalige Anwendung der Interpretation sollen betroffene Unternehmen zwischen einer vollständig retrospektiven Anpassung in Übereinstimmung mit IAS 8 und einer prospektiven Anwendung ab dem Beginn der Berichtsperiode oder der Vorperiode wählen können.

Auch für diesen Interpretationsentwurf endet die Kommentierungsfrist am 19. Januar 2016.