IASB erwägt späteren Erstanwendungszeitpunkt für IFRS 15


IRZ, Heft 5, Mai 2015, S. 182

In Vorbereitung der IASB-Sitzung Ende April 2015 hat der Stab des IASB ein Agendapapier erarbeitet, in dem der Zeitpunkt der verpflichtenden Erstanwendung von IFRS 15 „Erlöse aus Verträgen mit Kunden“ vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen bei der Implementierung des Standards kritisch hinterfragt wird.

Im Rahmen der Arbeit der Beratungsgruppe zum Übergang in Bezug auf den neuen Standard zur Erlöserfassung, die der IASB gemeinsam mit dem FASB zur Unterstützung der Implementierung eingesetzt hat (Joint Transition Group, TRG), wurden Problembereiche bei der Auslegung von IFRS 15 identifiziert, die bereits zu einem IASB-Projekt zur Ergänzung des Standards geführt haben. Aufgrund der sich abzeichnenden Änderung des Standards noch vor seinem Inkrafttreten hat der FASB am 1. April 2015 beschlossen, die Pflichtanwendung des Standards um ein Jahr auf den 1. Januar 2018 zu verschieben.

Entsprechend wird dem IASB in dem Agendapapier vorgeschlagen, den verpflichtenden Erstanwendungszeitpunkt von IFRS 15 ebenfalls um ein Jahr zu verschieben. Eine Verschiebung käme auch den Wünschen vieler IFRS-Anwender entgegen, die erklärt haben, dass die verbleibende Implementierungszeit für Branchen mit umfangreichem Anpassungsbedarf an die neuen Regelungen zu knapp bemessen sei. Auch bei einer Verschiebung wäre es Anwendern weiterhin gestattet, die Vorschriften freiwillig auf Jahresabschlüsse vor dem verpflichtenden Erstanwendungszeitpunkt anzuwenden. 

Das englischsprachige Agendapapier des IASB-Staff kann auf der Internetseite des IASB (www.ifrs.org) eingesehen werden. Es umfasst die Empfehlungen des Stabs, eine Zusammenfassung der bisherigen Entwicklungen, eine Erläuterung der vorläufigen Entscheidung des FASB und eine Zusammenfassung der bisher beim IASB eingegangenen Rückmeldungen von IFRS-Nutzern.