IFRS 15-Einführung: IASB plant eine Verschiebung um ein Jahr


 

Das International Accounting Standards Board (IASB) hat am 28.4.2015 beschlossen, einen Vorschlag zur Verschiebung des Zeitpunkts der Erstanwendung des IFRS 15 um ein Jahr vorzulegen. Das IASB folgt damit dem amerikanischen FASB, das bereits Anfang April 2015 diese Entscheidung getroffen hatte. Das offizielle Proposal (der Vorschlag) des FASB wurde gestern veröffentlicht.

 

 

Praxis-Info!

Bereits seit Längerem stand der geplante Zeitplan zur Einführung des neuen Standards IFRS 15 (bzw. Topic 606 in den US-GAAP) „Umsatzerlöse mit Kunden“ in der Kritik. Vor allem amerikanische Unternehmen bemängelten, dass ihnen nicht genügend Zeit bleibe, um die umfangreichen Umstellungsmaßnahmen fristgerecht durchführen zu können. Das amerikanische FASB hatte daher bereits am 1.4.2015 dafür votiert, eine Verschiebung der Einführung des neuen Standards vorzuschlagen. Das IASB hat am 28.4.2015 eine vergleichbare Entscheidung getroffen und wird nun einen sog. Exposure Draft (Entwurf) zur geplanten Verschiebung der Einführung des IFRS 15 zur öffentlichen Stellungnahme publizieren. Das FASB hat seinen Exposure Draft am 29.4.2015 veröffentlicht. Stellungnahmen sind beim FASB bis zum 29.5.2015 einzureichen.

Da der Zeitpunkt der Erstanwendung zwischen IFRS 15 (bislang für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1.1.2017 beginnen) und Topic 606 (ursprünglich u.a. ab 15.12.2016) leicht abweicht, wird auch der Exposure Draft des IASB leichte Abweichungen vom US-Zeitrahmen enthalten. Der IASB wird vorschlagen, die verpflichtende Erstanwendung des IFRS 15 für Geschäftsjahre vorzuschreiben, die am oder nach dem 1.1.2018 beginnen. Eine freiwillige frühere Anwendung der neuen Regelungen war bislang nur nach IFRS möglich, nicht jedoch nach US-GAAP. In seinem Exposure Draft schlägt der FASB nun vor, Unternehmen eine frühere freiwillige Erstanwendung zum ursprünglich geplanten Starttermin (15.12.2016) zu ermöglichen. Ob eine weitergehende frühere freiwillige Erstanwendung gestattet wird, hängt von den eingereichten Stellungnahmen ab.

 

Christian Thurow, Dipl.-Betriebsw. (BA), Lead Auditor Europe in der Internen Revision, London (E-Mail: Thurow@virginmedia.com)

 

BC 5/2015