IASB konkretisiert Regelungen zu Investmentgesellschaften


IRZ, Heft 2, Februar 2015, S. 58

Am 18. Dezember 2014 hat der IASB den Ergänzungsstandard „Investmentgesellschaften: Anwendung der Konsolidierungsausnahme (Änderungen an IFRS 10, IFRS 12 und IAS 28)“ veröffentlicht. Die Änderungen adressieren Sachverhalte, die sich im Zusammenhang mit der Anwendung der neuen Konsolidierungsausnahme für Investmentgesellschaften ergeben haben:

 

  • Mit den Änderungen wird bestätigt, dass ein Unternehmen die Konsolidierungsausnahme auch dann anwenden kann, wenn sein Mutterunternehmen seine Tochtergesellschaften zum beizulegenden Zeitwert nach IFRS 10 bilanziert.
  • Ein Tochterunternehmen, das Dienstleistungen erbringt, die sich auf die Anlagetätigkeit des Mutterunternehmens beziehen, ist nicht zu konsolidieren, wenn das Tochterunternehmen selbst eine Investmentgesellschaft ist.
  • Bei der Anwendung der Equity-Methode auf ein assoziiertes Unternehmen oder ein Joint Venture, das eine Investmentgesellschaft ist, kann ein Investor, der keine Investmentgesellschaft ist, die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert beibehalten, die das Beteiligungsunternehmen auf seine Beteiligungen an Tochterunternehmen anwendet.
  • Eine Investmentgesellschaft, die alle ihre Tochterunternehmen zum beizulegenden Zeitwert bewertet, hat die Angaben in Bezug auf Investmentgesellschaften zu leisten, die nach IFRS 12 vorgeschrieben sind.

 

Darüber hinaus hat der IASB auch Folgeänderungen an IFRS 12 Angaben zu Beteiligungen an anderen Unternehmen“ aufgenommen, da Rückmeldungen zum Standardentwurf Zweifelsfragen in Bezug auf die Anwendbarkeit von IFRS 12 auf den Abschluss einer Investmentgesellschaft aufkommen ließen. Mit diesen zusätzlichen Änderungen wird nunmehr klargestellt, dass die Ausnahme vom Anwendungsbereich in IFRS 12.6(b) nicht für den Abschluss eines Mutterunternehmens gilt, das eine Investmentgesellschaft ist und alle seine Tochterunternehmen zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Die Änderungen treten für Berichtperioden in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen, und sind rückwirkend anzuwenden. Eine frühere Anwendung der Regelungen ist zulässig. Anwender in der EU haben jedoch das derzeit noch ausstehende Endorsement der Regelungen abzuwarten.