IASB veröffentlicht Diskussionspapier zur dynamischen Sicherungsbilanzierung


IRZ, Heft 5, Mai 2014, S. 190

Der International Accounting Standards Board (IASB) hat am 17. April 2014 das Diskussionspapier DP/2014/1 „Accounting for Dynamic Risk Management: A Portfolio Revaluation Approach to Macro Hedging“ veröffentlicht, das sich an Unternehmen richtet, die Risiken aus Portfolien mit dynamischen Risikopositionen unter Verwendung von Derivaten absichern. Dies trifft vorrangig auf Banken zu, jedoch soll der Anwendungsbereich der neuen Regelungen nicht auf Finanzinstitute beschränkt sein.

Kernpunkt der Vorschläge des IASB ist ein sog. „Neubewertungsansatz“. Dabei handelt es sich um ein vergleichsweise einfaches Konzept, bei dem die Bewertung eines Portfolios an Risikopositionen um Änderungen des gesicherten Risikofaktors angepasst wird. Der dadurch induzierte Bewertungserfolg wird im Periodenergebnis erfasst und so ein natürlicher Ausgleich der Bewertungsänderungen aus den Derivaten erreicht, die zur Absicherung dieser Risiken eingesetzt und ebenfalls ergebniswirksam bewertet werden.

Bei der Entwicklung dieses Grundmodells war ein Ziel des IASB, bei der Bilanzierung dynamischer Sicherungsbeziehungen weniger formale Anforderungen als bei einer Anwendung der allgemeinen Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen nach IFRS 9 zu stellen, um so zu einer wirtschaftlich aussagekräftigeren und transparenteren Bilanzierung zu gelangen.

Das Grundmodell ist nicht als reines Fair-Value-Modell konzipiert; eine Neubewertung der Risikopositionen findet lediglich in dem Maße statt, wie es Wertänderungen entspricht, die auf das abgesicherte Zinsrisiko zurückgehen. Nicht in die Neubewertung einbezogen werden hingegen Wertänderungen infolge anderer Risikoarten wie bspw. des Kreditrisikos. Die Auswirkungen dieser anderen Risikoarten sollen vielmehr entsprechend der normalen Bilanzierungsvorschriften für Aufwendungen und Erträge abgebildet werden. So würde bspw. die Abgrenzung des Bonitätsspreads, der einem Kreditkunden in Rechnung gestellt wird, in gewohnter Weise über die Zinsabgrenzung erfolgen. Dies bedingt allerdings die Schwierigkeit zu bestimmen, welche Risikopositionen in die Neubewertung einzubeziehen sind und wie die Neubewertung zu bemessen und auszuweisen ist. Diese Fragen sollen im weiteren Projektverlauf geklärt werden.

Hinsichtlich des vorgeschlagenen Grundmodells sowie seiner konkreten Ausgestaltung bittet der IASB um Stellungnahmen der interessierten Öffentlichkeit. Diese sind dem Board bis zum 17. Oktober 2014 zuzuleiten.