FASB weicht von IASB-Leitlinien zu Finanzinstrumenten ab


IRZ, Heft 2, Februar 2014, S. 55

Auf seiner Sitzung am 18. Dezember 2013 beschloss der FASB, den sog. SPPI-Test nicht weiterzuverfolgen, welcher als Teil der vorgeschlagenen Beurteilung der Zahlungsströme bei der Klassifizierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte vorgesehen war.

Bei den gemeinsamen Beratungen auf der Novembersitzung 2013 hatten IASB und FASB vorgeschlagen, die Klassifizierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte auf Grundlage ihrer vertraglichen Zahlungsströme und des Geschäftsmodells vorzuschreiben, in welchem diese gesteuert werden. Den von beiden Boards gemeinsam herausgegebenen Vorschlägen zufolge, die bereits Grundlage der Regelungen in IFRS 9 sind, würde ein finanzieller Vermögenswert die Anforderungen für eine Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten erfüllen, wenn die Vertragsbedingungen des Instruments „zu bestimmten Zeitpunkten zu Zahlungen führen, die lediglich Zins und Tilgung darstellen“ (solely payments of principal and interest, SPPI). Aufgrund der Komplexität des Tests entschied der FASB nunmehr jedoch, die SPPI-Beurteilung abzulehnen. Stattdessen entschied er, die Vorschrift beizubehalten, nach der finanzielle Vermögenswerte entsprechend der bisherigen Leitlinien in ASC 815-15, d.h. nach dem „Bestehen eines klaren und eindeutigen Zusammenhangs“, daraufhin untersucht werden sollen, ob ein eingebettetes derivatives Element von dem strukturierten finanziellen Vermögenswert abgespalten werden muss.

Weiterhin entschloss sich der FASB, bei der Entscheidung über die Zukunft seines Projekts zum Thema Wertminderungen mit seinem Modell aktuell erwarteter Kreditverluste (Current Expected Credit Loss, CECL) für die bilanzielle Abbildung von Wertminderungen fortzufahren und das vom IASB vorgestellte Modell erwarteter Kreditverluste nicht weiterzuverfolgen. Insoweit bleibt es vorerst bei einem konzeptionellen Unterschied zwischen den vorgeschlagenen Ergänzungen des IFRS 9 und den FASB-Regelungen.