IASB veröffentlicht überarbeiteten Entwurf zur Leasingbilanzierung


IRZ, Heft 6, Juni 2013, S. 223

Gemeinsam mit dem FASB hat der IASB am 16. Mai 2013 einen überarbeiteten Entwurf ED/2013/6 Leasingverhältnisse für einen Standard zur bilanziellen Abbildung von Leasingverträgen veröffentlicht, der ED/2010/9 vom August 2010 ersetzt.

Wie schon in der Vorversion wird auch in ED/2013/6 eine generelle Abbildung sämtlicher vertraglicher Rechte und Verpflichtungen aus Leasingverhältnissen in der Bilanz des Leasingnehmers gefordert, indem die derzeit in IAS 17 für die Bilanzierung maßgebende Unterscheidung in Finanzierungs- und Operating-Leasingverträge aufgegeben wird. Von der Bilanzierungspflicht ausgenommen sind jedoch Leasingverhältnisse mit einer Dauer von bis zu 12 Monaten. Für Leasinggeber gleicht die in ED/2013/6 vorgeschlagene Leasingbilanzierung der gegenwärtigen Vorgehensweise in IAS 17.

Im Unterschied zu ED/2010/9 und IAS 17 wird nun die Vornahme eines Klassifizierungstests des Leasingverhältnisses durch Leasingnehmer und Leasinggeber zu Beginn des Leasingverhältnisses gefordert, dessen Ergebnis letztlich die Erfassung von Aufwendungen und Erträgen während der Leasinglaufzeit bestimmt. Dabei umfassen Leasingverhältnisse des sog. Typs A grundsätzlich Leasingverhältnisse, bei denen der Leasinggegenstand keine Immobilie ist, während Leasingverhältnisse betreffend Immobilien im Regelfall als sog. Typ B zu klassifizieren sind.

Der Leasingnehmer erfasst zu Beginn des Leasingverhältnisses den Barwert der Mindestleasingzahlungen als Verbindlichkeit und aktiviert zugleich ein Nutzungsrecht an dem geleasten Vermögenswert. Nach Beginn des Leasingverhältnisses erhöht sich die Verbindlichkeit durch die Aufzinsung und reduziert sich durch die Leasingzahlungen, während das Nutzungsrecht abgeschrieben wird. Bei Typ-A-Leasingverhältnissen führt dies infolge des im Zeitablauf abnehmenden Zinsaufwands und der generell linearen Abschreibung des Nutzungsrechts zu einer degressiven Erfassung des gesamten Leasingaufwands über die Laufzeit des Leasingvertrags. Demgegenüber erfolgt bei Typ-B-Leasingverhältnissen grundsätzlich eine lineare Erfassung des Leasingaufwands über die Laufzeit des Leasingverhältnisses, indem die Abschreibung des aktivierten Nutzungsrechts als Restwert aus der Differenz zwischen dem periodischen linearen Leasingaufwand und dem tatsächlichen Aufzinsungsbetrag der Verbindlichkeit ermittelt wird.

Ein Leasinggeber bucht zu Beginn des Leasingverhältnisses bei einem Typ-A-Leasingverhältnis den zugrunde liegenden Vermögenswert aus seiner Bilanz aus. Stattdessen erfasst er in Höhe des Barwerts der Leasingzahlungen eine Leasingforderung sowie in Höhe des Barwerts des Rückgabewerts des Leasinggegenstands am Ende der Laufzeit des Leasingvertrags einen Residualvermögenswert. Während der Laufzeit des Leasingverhältnisses vereinnahmt der Leasinggeber die Aufzinsung der Leasingforderung und des Restbuchwerts ertragswirksam. Bei Typ-B-Leasingverhältnissen bilanziert der Leasinggeber den Leasinggegenstand entsprechend den IFRS-Vorschriften für Sachanlagen und erfasst die Leasingzahlungen generell linear ertragswirksam über die Laufzeit des Leasingvertrags.

ED/2013/6 enthält darüber hinaus Vorschläge zur Darstellung der Leasingverhältnisse in der Kapitalflussrechnung sowie zu Anhangangaben. Die Kommentierungsfrist endet am 13. September 2013. Der Entwurf kann auf der Website des IASB (www.ifrs.org) eingesehen werden.