EFRAG und nationale Standardsetzer veröffentlichen gemeinsames Strategiepapier zur Überarbeitung des Rahmenkonzepts der IFRS


IRZ, Heft 3, März 2013, S. 96

Die Europäische Beratungsgruppe für Rechnungslegung (European Financial Reporting Advisory Group, EFRAG) hat am 6. Februar 2013 ein Strategiedokument mit dem Titel Ein besseres Rahmenkonzept erhalten – Unsere Strategie veröffentlicht, das gemeinsam mit dem französischen Standardsetzer Autorité des normes comptables (ANC), dem deutschen DRSC, dem italienischen Standardsetzer Organismo Italiano di Contabilità (OIC) und dem britischen Rat für Rechnungslegung (FRC) erarbeitet wurde. Mit der Veröffentlichung des Dokuments wollen die Verfasser erreichen, dass das überarbeitete IFRS-Rahmenkonzept des IASB auf einem Bilanzierungsmodell basiert, das für europäische Anwender zur Ableitung belastbarer und wirksamer Rechnungslegungsstandards beiträgt.

Die Arbeiten des IASB an dem Projekt zur umfassenden Überarbeitung des Rahmenkonzepts sind seit 2010 faktisch unterbrochen. Als Ergebnis der Agendakonsultation beschloss der Board im September 2012, das Projekt wieder aufzunehmen und unter alleiniger Verantwortung bis zum Jahr 2015 zu finalisieren. In diesem Rahmen soll auch der bisherige Input nationaler Standardsetter berücksichtigt werden. Vor diesem Hintergrund verfolgt das jetzt veröffentlichte Strategiepapier die folgenden Zielsetzungen:

  • Illustrierung einiger der bedeutenden Sachverhalte, die im Zusammenhang mit der Entwicklung des neuen Rahmenkonzepts aufkommen werden,
  • Erläuterung der Strategie der Standardsetzer für die Zusammenarbeit mit dem IASB bei der Entwicklung des neuen Rahmenkonzepts und
  • Ermutigung anderer europäischer Parteien, sich in die Entwicklung des neuen Rahmenkonzepts einzubringen.


Weiterhin umreißt das Strategiepapier einige Fragestellungen, bei denen EFRAG davon ausgeht, dass sie Kontroversen auslösen werden (z.B. die Auslegung der Begriffe „Vorsicht“, „Verlässlichkeit“, aber auch „Leistung“, oder die Frage einer grundsätzlichen Ansatzpflicht für alle Vermögenswerte und Schulden). Auch wird eine bestimmte Form der Information der Öffentlichkeit über kurze Bulletins (mit der Möglichkeit der Adressaten, diese zu kommentieren) vorgestellt. EFRAG wird außerdem Einbindungsveranstaltungen anbieten, bei denen Sichtweisen ausgetauscht und persönlich erörtert werden können. Darüber hinaus soll ein besonderer Newsletter entwickelt werden, um die europäischen Interessenten darüber informiert zu halten, wie die Erörterungen mit dem IASB und anderen Interessengruppen weltweit fortschreiten.

Das Strategiepapier kann auf der Internetseite der EFRAG (www.efrag.org) eingesehen und heruntergeladen werden.