Einrichtung der Prüfstelle Rechnungslegung in Österreich


IRZ, Heft 1, Januar 2013, S. 15

Am 5. Dezember 2012 wurde im österreichischen Parlament das Bundesgesetz über die Einrichtung eines Prüfverfahrens für die Finanzberichterstattung von Unternehmen, deren Wertpapiere zum Handel an einem geregelten Markt zugelassen sind (Rechnungslegungs-Kontrollgesetz – RL-KG) verabschiedet. Das Gesetz tritt Mitte 2013 in Kraft und bezieht sich auf alle (Konzern-)Abschlüsse von an der Wiener Börse notierten Unternehmen.

Die Organisation der Prüfstelle entspricht dem deutschen zweistufigen System von DPR und BaFin. Der österreichischen Finanzmarktaufsicht FMA soll die Funktion der Prüfbehörde übertragen werden, der die Festlegung von Prüfungsschwerpunkten und Prüfplänen, Entscheidung in Streitfällen und ggf. die Durchführung eigener Prüfungen sowie die Abwicklung der behördlichen Verfahren obliegt. Demgegenüber ist es Aufgabe der als Verein organisierten „Österreichischen Prüfstelle für Rechnungslegung“ sicherzustellen, dass die Jahresabschlüsse, Lageberichte, Konzernabschlüsse und Konzernlageberichte sowie die sonstigen vorgeschriebenen Informationen kapitalmarktorientierter Unternehmen den nationalen und internationalen Rechnungslegungsvorschriften entsprechen.

Mit der Verabschiedung des Gesetzes ist die Einrichtung von Prüfstellen für Rechnungslegung in den Ländern der Europäischen Union abgeschlossen. Der vollständige Gesetzestext ist auf der Internetseite des Parlaments der Republik Österreich einzusehen. (www.parlament.gv.at)