Annual Improvement Projects 2009–2011 und 2010–2012


IRZ, Heft 6, Juni 2012, S. 223

Der International Accounting Standards Board (IASB) hat im Mai 2012 Änderungen von Standards sowie weitere Änderungsvorschläge im Rahmen des jährlichen Verbesserungsprojekts (annual improvement project, AIP) veröffentlicht. Die darin enthaltenen notwendigen, aber nicht dringlichen Änderungen am IFRS-Regelwerk decken diejenigen Bereiche ab, die nicht Teil eines eigenen IASB-Projekts sind.

Am 17. Mai 2012 hat der IASB im Rahmen des vierten AIP-Zyklus 2009–2011 einen Änderungsstandard herausgegeben. Die insgesamt sechs Änderungen beziehen sich auf fünf Standards und sind erstmals verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen. Eine frühere, freiwillige Anwendung ist grundsätzlich zulässig. Allerdings setzt die freiwillige frühere Anwendung in einem befreienden IFRS-Konzernabschluss in der EU die derzeit noch ausstehende Anerkennung durch die EU-Kommission voraus.

Die Neuerungen betreffen im Einzelnen:

  • IFRS 1 Erstmalige Anwendung der IFRS: Möglichkeit einer wiederholten Anwendung des IFRS 1 sowie Behandlung von aktivierten Fremdkapitalkosten beim Übergang auf IFRS;
  • IAS 1 Darstellung des Abschlusses: Verpflichtende und freiwillige Angaben zu Vorjahresvergleichsperioden;
  • IAS 16 Sachanlagen: Klassifizierung von Servicematerial bei Sachanlagen;
  • IAS 32 Finanzinstrumente – Darstellung: Behandlung von Ertragsteuern auf Ausschüttungen an Inhaber von Eigenkapitalinstrumenten;
  • IAS 34 Zwischenberichte: Angabe von Segmentvermögen bzw. -schulden im Zwischenabschluss.

 

Der Änderungsstandard ist nur für Abonnenten innerhalb des Subscriber-Bereichs der IASB-Website verfügbar.

Darüber hinaus hat der IASB am 3. Mai 2012 einen Entwurf im Rahmen des fünften AIP-Zyklus 2010–2012 veröffentlicht.

Die darin vorgeschlagenen Änderungen betreffen insgesamt elf Standards und sollen größtenteils für Geschäftsjahre in Kraft treten, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen; eine Ausnahme bilden die Änderungen an IFRS 3 und die Folgeänderungen an IFRS 9, die für Geschäftsjahre in Kraft treten sollen, die am oder nach dem 1. Januar 2015 beginnen. Eine frühere Anwendung aller Änderungen soll zulässig sein, wobei EU-Anwender in einem befreienden IFRS-Konzernabschluss wiederum zunächst die Anerkennung durch die EU-Kommission abwarten müssen.

Im Einzelnen schlägt der IASB in diesem AIP-Zyklus (2010–2012) Änderungen der folgenden Regelungen vor:

  • IAS 1 Darstellung des Abschlusses: Konkretisierung der Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig;
  • IAS 7 Kapitalflussrechnung: Klassifizierung von aktivierten Zinszahlungen in der Kapitalflussrechnung;
  • IAS 12 Ertragsteuern: Ansatz von Vermögenswerten aus latenten Steuern für nicht realisierte Verluste;
  • IAS 16 Sachanlagen: Bestimmung der kumulierten Abschreibungen bei Anwendung der Neubewertungsmethode;
  • IAS 24 Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen: Angaben zu Mitgliedern der Unternehmensführung, wenn Managementfunktionen von juristischen Personen ausgeführt werden;
  • IAS 36 Wertminderungen von Vermögenswerten: Harmonisierung der Angaben zum Nutzungswert und dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten;
  • IFRS 2 Anteilsbasierte Vergütungen: Klarstellung der Definition von Ausübungsbedingungen;
  • IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse (mit Folgeänderung in IFRS 9 Finanzinstrumente): Bilanzierung von bedingten Gegenleistungen bei einem Unternehmenszusammenschluss;
  • IFRS 8 Geschäftssegmente: Aggregation und Überleitung der Summe der Vermögenswerte der Geschäftssegmente auf die Vermögenswerte der Gesamteinheit;
  • IFRS 13 Bemessung des beizulegenden Zeitwerts: Klarstellung der Möglichkeit der Bewertung kurzfristiger Forderungen und Verbindlichkeiten ohne Abzinsung.


Der Entwurf kann im öffentlich zugänglichen Bereich der Internetpräsenz des IASB (www.iasb.org) eingesehen und heruntergeladen werden. Stellungnahmen sind bis zum 5. September 2012 möglich.