Geänderte Aufrechnungs- und Angabepflichten für Finanzinstrumente


IRZ, Heft 1, Januar 2012, S. 14

Ebenfalls am 16. Dezember 2011 hat der IASB Änderungen an IAS 32 Finanzinstrumente: Ausweis und IFRS 7 Finanzinstrumente: Darstellung veröffentlicht. Durch die Änderungen stellt der IASB einige Details in Bezug auf die Saldierung von Finanzaktiva mit -passiva klar und fordert diesbezüglich ergänzende Zusatzangaben.

Der IASB beabsichtigt jedoch keine grundsätzliche Änderung des bestehenden Saldierungsprinzips in IAS 32. Aus der Klarstellung der Kriterien „zeitgleiches Settlement“ und „jederzeitiges Recht zur Aufrechnung“ kann sich eine Änderung der Bilanzierungspraxis nur ergeben, falls IAS 32 bislang unterschiedlich ausgelegt wurde.

Die korrespondierenden Änderungen an den Angabevorschriften in IFRS 7 erfordern Angaben zu allen bilanzierten Finanzinstrumenten, die im Einklang mit den Regelungen des IAS 32 saldiert werden. Gefordert werden darüber hinaus auch Angaben zu allen bilanzierten Finanzinstrumenten, die durchsetzbaren Globalverrechnungs- oder ähnlichen Vereinbarungen unterliegen, auch wenn sie nach IAS 32 nicht saldiert werden. Die geforderten Angaben sollen den Abschlussadressaten helfen, die Auswirkungen von Saldierungsvereinbarungen einschließlich der Rechte auf Saldierung von bilanzierten finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten eines Unternehmens auf die Finanzlage dieses Unternehmens einschätzen zu können.

Die Änderungen an IAS 32 treten erstmalig verpflichtend für Berichtsperioden in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen. Die neuen Angabevorschriften nach IFRS 7 sollen jedoch schon für Berichtsperioden anzuwenden sein, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, sowie für Zwischenberichtsperioden, die innerhalb dieser Berichtsperioden liegen. Die Änderungen sind rückwirkend auf alle dargestellten Vergleichsperioden anzuwenden. Vor einer Anwendung in der EU ist jedoch die Anerkennung im Rahmen des Endorsement-Verfahrens abzuwarten.