Studie zur Arbeit der IFRS-Stiftung


IRZ, Heft 9, September 2017, S. 343

Am 31. Juli 2017 hat die IFRS-Stiftung Ergebnisse einer Untersuchung veröffentlicht, mit der die Stiftung ein Feedback über ihre Arbeit bei den wichtigsten von den IFRS betroffenen Gruppen einholen wollte. Der nunmehr veröffentlichte Bericht baut auf knapp 130 Befragungen im Zeitraum Februar bis Mai 2017 auf, bei denen verschiedene Gruppen (Rechnungsleger, Prüfer, Ersteller, Adressaten, Standardsetzer, Regulierer sowie Mitglieder der verschiedenen Beratungsgruppen der IFRS-Stiftung) über ihren Eindruck von der Arbeit der IFRS-Stiftung befragt wurden. Etwa ein Drittel der Befragten kam aus Europa.

Insgesamt wurde der IFRS-Stiftung von den meisten Befragten eine gute Leistung attestiert. Dies gilt v.a. für ihre Transparenz und Unabhängigkeit. Ihre Konsultationen werden als professionell, offen, wirksam und gut dokumentiert wahrgenommen. Eine große Mehrheit ist darüber hinaus der Meinung, dass die Stiftung ihre Arbeit im öffentlichen Interesse wirksam verfolgt und die gemeinnützige private Struktur sich diesbezüglich nicht nachteilig auswirkt. Damit wird insbesondere der Forderung nach einem steigenden Einfluss staatlicher und supranationaler Behörden ein Gegengewicht entgegengesetzt.

Doch die Studie enthält auch Kritikpunkte. Zunächst wird bemängelt, dass die Stiftung nicht schnell genug auf die sich rasch ändernde Rahmenbedingungen reagiere. In diesem Zusammenhang werden insbesondere lange Entwicklungs- und Konsultationsphasen kritisiert. Dabei bemängeln die Befragten zum einen eine mangelnde Ausgewogenheit von Umfang des Konsultationsprozesses und Zeitaufwand. Zum anderen werde zu technisch und zu konzeptionell gearbeitet. Die Befragten äußern außerdem den Wunsch, auch außerhalb des formellen Konsultationsprozesses mehr Gelegenheit zu erhalten, mit dem IASB in Austausch zu treten. Dazu wird angeregt, informelle Dialoge, Lehrangebote und Veranstaltungen auszuweiten. Schließlich sieht ein Teil der Befragten die Gefahr, dass sowohl kleinere Unternehmen als auch weniger entwickelte Volkswirtschaften Gefahr liefen, an den Rand gedrängt zu werden, weil sie nicht über entsprechende Ressourcen verfügen. Dies solle bei der Beurteilung des Implementierungsaufwands neuer Regelungen stärker berücksichtigt werden.

Mit der Veröffentlichung des Berichts, der auf der Website der IFRS-Stiftung (www.ifrs.org) eingesehen und heruntergeladen werden kann, sind keine unmittelbaren Änderungen der Arbeit der Stiftung verbunden. Mittelfristig ist jedoch zu erwarten, dass die Anregungen und Empfehlungen Einfluss auf Prozesse und Strukturen in der Stiftung haben werden.