Wolfgang Kuntz

BSI: Experten für Cybersicherheit sind gesucht


Eines der Trendthemen der digitalen Wirtschaft auf der Hannover Messe Industrie ist Cybersicherheit. Angesichts der technologischen Herausforderungen der Industrie 4.0, des Internets der Dinge oder in wirtschaftlich und gesellschaftlich relevanten Zukunftsbereichen, wie dem autonomen Fahren oder dem Einsatz intelligenter und vernetzter Industrie- und Haustechnik, sind Sicherheit und Vertrauen die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Digitalisierung.

Die zur Digitalisierung notwendigen Technologien werden immer komplexer und bieten dadurch größere Angriffsflächen. Staat und Wirtschaft müssen gemeinsam Strategien, Methoden und Lösungen zum Schutz vor Risiken wie dem Diebstahl geistigen Eigentums, digital unterstützter Erpressung oder der Bedrohung kritischer Infrastrukturen entwickeln und einsetzen.

 

Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), weist in diesem Zusammenhang auf die hohe Bedeutung von IT-Sicherheitsexperten hin und betont, dass es ohne Cybersicherheit keine erfolgreiche Digitalisierung geben werde und ohne die entsprechenden Experten keine Cybersicherheit. Gut ausgebildete Fachkräfte seien unverzichtbar für den Kampf gegen die Cyberbedrohungen, der Bedarf in Wirtschaft und Verwaltung sei sehr hoch. Allein das BSI habe 2017 rd. 180 neue Stellen zu besetzen. Deutschland brauche daher mehr Fachkräfte auf den Gebieten der IT und IT-Sicherheit. Die Informations- und Cybersicherheit seien zentrale Bestandteile einer zeitgemäßen und zukunftsorientierten Bildungs- und Forschungspolitik. Die Themen müssten in der universitären und beruflichen Ausbildung einen angemessenen Platz bekommen, die IT-Sicherheitsforschung müsse ausgebaut und auf staatlicher Ebene besser koordiniert werden.

Wolfgang Kuntz ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für IT-Recht in Saarbrücken.